Pfarrblatt Dezember
Liebe Gläubige!
Von ganzem Herzen wünsche ich Euch allen ein gnadenreiches und gesegnetes neues Jahr 2026! Am Beginn dieses Jahres stellen wir uns bewusst unter den Schutz der Gottesmutter Maria, deren Hochfest die Kirche am 1. Jänner feiert. Sie ist die Mutter Gottes und zugleich unsere Mutter; in Ihren Händen ist unser neues Jahr gut aufgehoben. Bitten wir Sie, dass Sie uns in diesem Jahr näher zu Ihrem Sohn führt, uns im Glauben stärkt und uns hilft, in den Wirren unserer Zeit der Kirche treu zu bleiben.
Wenige Tage später feiern wir das Hochfest der Erscheinung des Herrn, Epiphanie. In diesem Fest betrachten wir das Geheimnis, dass Christus, das Licht der Welt, allen Völkern offenbart wird. Die Weisen aus dem Morgenland stehen für Menschen, die ehrlich suchen und bereit sind, einen weiten Weg für die Wahrheit zu gehen. Ihr Weg unter dem Stern zeigt uns: Gott führt, aber wir müssen dennoch aufbrechen und Schritt für Schritt antworten. So erinnert uns Epiphanie daran, dass Gott den Suchenden entgegenkommt, unsere freie Entscheidung für Ihn aber nicht ersetzt.
Die Überlieferung nennt uns die drei Könige: Caspar, Melchior und Balthasar. Ihre Gaben – Gold, Weihrauch und Myrrhe – deuten auf das ganze Geheimnis Christi: Gold bekennt Ihn als wahren König, Weihrauch als wahren Gott, Myrrhe weist auf Sein Leiden und Sterben hin. Die Krippe ist daher nicht bloß eine rührende Szene, sondern der Anfang des Weges des gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Unser Glaube ist nicht Sentimentalität, sondern die entschiedene Annahme des ganzen Christus – in Seiner Menschwerdung, in Seinem Opfer und in Seiner Herrlichkeit. Die heiligen Drei Könige stehen für alle Völker und Lebensalter. So erinnert uns die Kirche, dass jeder Mensch zur Anbetung Christi berufen ist.
Auch sie kommen nicht mit leeren Händen, sondern bringen, was sie haben, und legen es dem Herrn zu Füßen. Ebenso sind wir gerufen, unser eigenes „Gold, Weihrauch und Myrrhe“ darzubringen: unsere Zeit, unsere Kräfte, unsere Opfer, unsere Treue zur Lehre der Kirche und die Bereitschaft, in einer oft glaubensfernen Umwelt zu Christus zu stehen. Wenn wir auf das neue Jahr blicken, sehen wir viele Herausforderungen: Verwirrung im Glauben, den Verlust des Sinnes für das Heilige, Angriffe auf Ehe, Familie und das ungeborene Leben. Gerade deshalb brauchen wir das klare Licht Christi, das uns zeigt, was wahr, gut und schön ist. ER ist nicht nur ein Lehrer unter vielen, sondern der menschgewordene Sohn Gottes, dem unser Gehorsam des Glaubens gilt. Wer Ihm folgt, geht nicht in der Finsternis, auch wenn der Weg manchmal schmal und steil ist. Schauen wir in diesem Jahr besonders auf Maria und auf die heiligen Drei Könige.
Von Maria lernen wir das demütige „Fiat“, das Ja zu Gottes Willen. Von den Königen lernen wir die Entschlossenheit aufzubrechen, zu suchen und schließlich niederzuknien und anzubeten. So möge dieses neue Jahr – bei allen Prüfungen – zu einem Jahr der Gnade werden, in dem wir tiefer in die Freundschaft mit Christus hineinwachsen.
Mit herzlichen Segensgrüßen
Euer Stiftspfarrer P. Thomas M. O.Cist.

